Buy now, pay later: Jede(r) Siebte verliert schon mal den Überblick
2.2.2026
Bafin
relevant

Zusammenfassung

Die BaFin hat im Rahmen einer Umfrage festgestellt, dass die Nutzung von "Buy now, pay later" (BNPL) unter Verbrauchern weit verbreitet ist, insbesondere bei jüngeren Menschen, und dass viele Nutzer Schwierigkeiten haben, den Überblick über ihre offenen Rechnungen zu behalten. Um Verbraucher besser vor Überschuldung zu schützen, wird die EU-Verbraucherkreditrichtlinie überarbeitet, sodass künftig auch BNPL-Modelle unter verbraucherschützende Vorschriften fallen; die neuen Regelungen sollen ab dem 20. November 2026 in Kraft treten.

Original Artikel

„Jetzt kaufen, später bezahlen“, “Buy now pay later“ – oder einfach nur BNPL : Dahinter verbergen sich beliebte Bezahlmethoden, die von Zahlungsdienstleistern angeboten werden. 20 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher im Alter von 18 bis 60 Jahren zahlen damit beim Online-Einkauf. Das geht aus einer BaFin -Umfrage hervor (siehe Infokasten). Danach haben 14 Prozent von ihnen schon einmal die Übersicht über ihre offenen Shopping-Rechnungen verloren. Bei den Unter-Dreißigjährigen waren es sogar 24 Prozent. BaFin-Umfrage zuBuynow pay laterEin Marktforschungsinstitut befragte im April 2025 im Auftrag derBaFinin einerOnline-Erhebung 4.936 repräsentativ ausgewählte Verbraucherinnen und Verbraucher. Das Alter der Befragten reichte von 18 bis 60 Jahren.Mit einemOnline-Fragebogen wurden zunächst alle Teilnehmenden gefragt, ob sie in den zurückliegenden zwölf Monaten bei Einkäufen imInterneteinen Zahlungsdienstleister, derBuy-now-pay-later-Bezahlmethoden anbietet, genutzt haben.Die Befragten, die dies bejahten, wurden anschließend befragt, wie oft sie dabei im Durchschnitt folgendes gewählt hätten:(a) den Rechnungskauf mit Zahlungsfrist von 14 oder 30 Tagen,(b) die Monatsrechnung, also einen Rechnungskauf, bei dem Einkäufe zusammengefasst werden und im Folgemonat zu bezahlen sind,(c) die Ratenzahlung, bei der Zinsen anfallen, oder(d) die Vorkasse (mit Sofort-Überweisung, Lastschrift oder Kreditkarte).In die weitere Befragung wurden die 1.000 Teilnehmenden einbezogen, die angaben, mindestens einmal im Jahr eine der Bezahlmethoden (a), (b) oder (c) genutzt zu haben. Ein Marktforschungsinstitut befragte im April 2025 im Auftrag der BaFin in einer Online-Erhebung 4.936 repräsentativ ausgewählte Verbraucherinnen und Verbraucher. Das Alter der Befragten reichte von 18 bis 60 Jahren. Mit einem Online-Fragebogen wurden zunächst alle Teilnehmenden gefragt, ob sie in den zurückliegenden zwölf Monaten bei Einkäufen im Internet einen Zahlungsdienstleister, der Buy-now-pay-later-Bezahlmethoden anbietet, genutzt haben. Die Befragten, die dies bejahten, wurden anschließend befragt, wie oft sie dabei im Durchschnitt folgendes gewählt hätten: (a) den Rechnungskauf mit Zahlungsfrist von 14 oder 30 Tagen, (b) die Monatsrechnung, also einen Rechnungskauf, bei dem Einkäufe zusammengefasst werden und im Folgemonat zu bezahlen sind, (c) die Ratenzahlung, bei der Zinsen anfallen, oder (d) die Vorkasse (mit Sofort-Überweisung, Lastschrift oder Kreditkarte). In die weitere Befragung wurden die 1.000 Teilnehmenden einbezogen, die angaben, mindestens einmal im Jahr eine der Bezahlmethoden (a), (b) oder (c) genutzt zu haben. Die BaFin -Umfrage ergab: BNPL ist in allen Altersgruppen beliebt. So häufig nutzten die befragten BNPL -Nutzerinnen und -Nutzer beispielsweise Rechnungskäufe und Ratenzahlungen: Erläuterung: Bezugsgröße (Basis) sind die 1.000 befragten BNPL-Nutzerinnen und Nutzer.BaFin Betrachtet man nur die Unter-Dreißigjährigen befragten BNPL -Nutzerinnen und Nutzer zeigt sich ein abweichendes Ergebnis. Knapp 30 Prozent dieser Altersgruppe tätigten nach eigener Einschätzung häufig Rechnungskäufe und 17 Prozent kauften häufig auf Raten. Die Unter-Dreißigjährigen verwenden die verschiedenen Zahlungsmethoden also am meisten. Die befragten BNPL -Nutzerinnen und -Nutzer kauften im Online-Shopping mit BNPL hauptsächlich Kleidung (55 Prozent) und Elektronik (43 Prozent), aber auch Haushaltswaren (26 Prozent), Möbel (20 Prozent), Körperpflegeprodukte (21 Prozent), Medizin (20 Prozent), Reisen (19 Prozent), Lebensmittel (17 Prozent) und Sonstiges (14 Prozent). 58 Prozent nutzten überwiegend Mobilgeräte, also Handys oder Tablets, für ihre BNPL -Käufe. Bei der Frage nach den Gründen für die Nutzung der BNPL -Bezahlmethoden waren Mehrfachnennungen möglich. Folgendes stellte sich heraus: Bei den Optionen Rechnungskauf und Monatsrechnung stand nicht unbedingt die spätere Zahlung im Vordergrund. Oft ging es um die Bequemlichkeit dieser Zahlarten. Die Hälfte der 983 befragten Nutzerinnen und Nutzer von Rechnungskauf und Monatsrechnung nannten dieses Motiv. 40 Prozent wollten die Ware erst anschauen oder anprobieren, bevor sie zahlten. Ein Drittel wählte diese Zahlungsart, weil sie diese als sicher einstuften. 30 Prozent wählten Rechnungskauf oder Monatsrechnung jedoch, weil damit ein Zahlungsaufschub möglich war. 16 Prozent wollten einkaufen, obwohl das nötige Geld zum Kaufzeitpunkt nicht vorhanden war. Von den 484 Ratenzahlerinnen und Ratenzahlern fanden 39 Prozent diese Zahlungsart bequem. Fast ebenso viele, nämlich 38 Prozent, gaben an, die Raten seien bezahlbar gewesen. 31 Prozent schätzten, dass ein Zahlungsaufschub möglich war. 26 Prozent fanden den Zinssatz günstig. Bei 29 Prozent der Ratenzahlerinnen und Ratenzahler hatte im Kaufzeitpunkt das nötige Geld gefehlt. Für 23 Prozent war wichtig, dass sie die Ware erst anschauen oder anprobieren konnten, bevor die erste Rate fällig wurde, und, dass die Zahlungsart sicher war. 46 Prozent der BNPL -Nutzerinnen und -Nutzer gaben durchschnittlich im Monat weniger als 100 Euro mit Buy now, pay later aus, 26 Prozent zwischen 101 Euro und 200 Euro, 17 Prozent zwischen 201 Euro und 500 Euro. Bei fünf Prozent überstiegen die monatlichen BNPL -Ausgaben im Durchschnitt 500 Euro. Sieben Prozent wussten nicht, wie viel sie im Monat durchschnittlich mit Buy now, pay later bezahlten. Nach Altersklassen aufgeschlüsselt zeigt sich folgendes Bild: Erläuterung: Bezugsgröße (Basis) sind für die 18- bis 29-Jährigen 115 Befragte, für die 30- bis 45-Jährigen 384 Befragte und für die 46- bis 60-Jährigen 501 Befragte.BaFin Knapp die Hälfte der BNPL -Nutzerinnen und -Nutzer hatte zum Umfragezeitpunkt keine offenen Verbindlichkeiten aus BNPL -Käufen. Bei 19 Prozent waren bis zu 200 Euro offen. 14 Prozent mussten noch Beträge zwischen 201 Euro und 500 Euro bezahlen, acht Prozent bis 1.000 Euro. Bei vier Prozent beliefen sich die Schulden gegenüber den Zahlungsdienstleistern auf über 1.000 Euro. 24 Prozent der BNPL -Nutzerinnen und -nutzer haben mit Buy now, pay later schon einmal mehr Geld ausgegeben, als ursprünglich gewollt. Bei den Unter-Dreißigjährigen waren es 38 Prozent. 26 Prozent mussten schon mindestens einmal Mahngebühren zahlen, weil sie eine Rechnung oder Rate zu spät gezahlt hatten. Mit einer Rate schon einmal im Rückstand waren 21 Prozent. 32 Prozent der 30- bis 45-jährigen und 25 Prozent der Unter-Dreißigjährigen gaben an, schon einmal eine Rate zu spät gezahlt zu haben. 14 Prozent, also jede siebte Person, die online mit BNPL zahlte, hatte nach eigener Einschätzung aufgrund der Vielzahl der Online-Einkäufe schon einmal den Überblick über offene Rechnungen und Raten verloren. Bei den Unter-Dreißigjährigen BNPL -Nutzerinnen und -Nutzern waren 24 Prozent betroffen. Eine Lösung für finanzielle Engpässe bieten die Zahlungsdienstleister selbst an: In der Regel kann man beim Rechnungskauf im Nachhinein das Zahlungsziel ändern, oder aus Rechnungskäufen Ratenzahlungen machen. 57 Prozent aller BNPL -Nutzerinnen und -Nutzer haben schon einmal den Betrag aus einem Rechnungskauf im Nachhinein beim Zahlungsdienstleister in eine Ratenzahlung umgewandelt. Etwa gleich viele haben das Zahlungsziel des Rechnungskaufs im Nachhinein auf einen späteren Zeitpunkt hinausgeschoben. Manche Nutzerinnen und Nutzer von Buy now, pay later passten ihr Ausgabeverhalten an oder griffen auf Ersparnisse zurück, wenn das Geld für eine Rechnung oder eine Rate fehlte. Sieben Prozent haben andere geplante Ausgaben verringert oder verschoben oder auf etwas verzichtet. Acht Prozent haben offenen Rechnungen aus ihrem Ersparten bezahlt oder Sparraten verringert. Manche hangelten sich mit Krediten durch. Zehn Prozent der BNPL -Nutzerinnen und -Nutzer haben bereits Geld von Familie oder Freunden geliehen. Sieben Prozent haben gestattete oder geduldete Überziehungen ihres Girokontos genutzt, acht Prozent haben sich einen Zahlungsaufschub verschafft, indem sie eine Kreditkarte zur Bezahlung genutzt haben, und vier Prozent haben einen zusätzlichen Kredit aufgenommen, um die Raten aus Buy-now-pay-later-Einkäufen abzahlen zu können. Fünf Prozent haben angegeben, ihren Arbeitgeber um einen Gehaltsvorschuss gebeten zu haben. Sieben Prozent der BNPL -Nutzerinnen und -Nutzer haben andere Rechnungen verspätet oder nicht beglichen. Drei Prozent bejahten die Frage, ob sie wegen Problemen mit Buy-now-pay-later-Käufen schon einmal eine Schuldnerberatungsstelle kontaktiert haben. Den meisten, nämlich drei Viertel der BNPL -Nutzerinnen und -Nutzer, geht es finanziell nach eigener Einschätzung gut oder sehr gut. 21 Prozent beurteilen ihre finanzielle Situation allerdings insgesamt als weniger gut, drei Prozent sogar als schlecht. Künftig mehr Verbraucherschutz bei „Buynow, pay later“Um Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor Überschuldung zu schützen, wurde dieEU-Verbraucherkreditrichtlinie vom europäischen Gesetzgeber überarbeitet. So sollen künftig unter anderem verbraucherschützende Vorschriften auch auf bisher nicht erfasste Kreditformen anwendbar sein – insbesondere auf unentgeltliche und kurzfristige Darlehen sowie Darlehen unter 200 Euro. Darunter fällt auch das Modell „Buynow, pay later“. Das nationale Umsetzungsgesetz befindet sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren im Deutschen Bundestag und sieht eine Geltung der neuen Regelungen ab 20. November 2026 vor. Um Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor Überschuldung zu schützen, wurde die EU -Verbraucherkreditrichtlinie vom europäischen Gesetzgeber überarbeitet. So sollen künftig unter anderem verbraucherschützende Vorschriften auch auf bisher nicht erfasste Kreditformen anwendbar sein – insbesondere auf unentgeltliche und kurzfristige Darlehen sowie Darlehen unter 200 Euro. Darunter fällt auch das Modell „Buy now, pay later“. Das nationale Umsetzungsgesetz befindet sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren im Deutschen Bundestag und sieht eine Geltung der neuen Regelungen ab 20. November 2026 vor.

Schnellzugriff